Place to Escape

by Robin Hahn

Monat: Januar 2016

Unterwegs in Ho Chi Minh City – Mui Ne – Dalat

Es ist der 19.06. und seit ein paar Tagen stehe ich mit meinem Kumpel Stu von Neuseeland, mit dem ich schon in Laos gereist bin, im regen Kontakt. Er hat, so wie auch ich, noch komplett Vietnam vor sich, doch leider bin ich immer hinter ihm um doch nochmal zusammen zu reisen. Doch vielleicht habe ich Glück ihn einzuholen. um doch nochmal gemeinsam zu reisen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass er sich bereits in Ho Chi Minh City aufhält, in die Stadt in die ich heute fahren werde (auch unter dem Namen Saigon bekannt).

Ankunft in Ho Chi Minh City

Von meinem Homestay geht es mit der Fähre zurück in die Stadt Vinh Long und von dort zu Fuß  direkt zum Busbahnhof. Wie ich dort ankomme möchte man mich gerne zum außerhalb gelegenen Busbahnhof fahren, weil hier angeblich kein Bus an mein Ziel fährt. Schon wieder nur eine Masche um an mein Geld ran zu kommen? Ich sage nur freundlich in Ordnung, möchte mir aber vorher gern noch den Busbahnhof ansehen. Das will ich doch einmal checken. Zu meinem Glück, denn von dort fährt auch ein Bus. Für die 2 ½ stündige Fahrt von Vinh Long nach Ho Chi Minh City (HCMC) zahle ich 102.000 Dong (ca. 6 Euro).

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In HCMC wollte ich die zwei Kilometer ins Stadtinnere laufen, weil an dieser Stelle gerade kein Taxi verfügbar war. Das ändert sich dann aber doch schneller als gedacht. Ein Mopedfahrer spricht mich an und möchte mich für 60.000 Dong fahren, worauf ich 20.000 Dong antworte. Wir können uns nicht einigen und ich lauf weiter, weil ich nicht wirklich ein Taxi brauche. Ich komme gerade einmal 50 Meter weit, als der Mopedfahrer noch einmal auftaucht und mir die Fahrt für 30.000 Dong anbietet. Ich stimme zu und beide sind glücklich. Meinen kleinen Rucksack nimmt er vorne zwischen seine Beine. Ich weiß, fahrlässig, weil genau in diesem Rucksack alle meine Papiere, Kamera, Laptop, und und und drin sind. Den großen Rucksack behalte ich auf meinen Rücken und so wird es dann doch recht kuschelig auf seinem kleinen Roller. Es fällt schwer die Balance zu halten, ich bin total verkrampft um nicht runter zu fallen. Trotzdem gelingt es mir noch irgendwie mein Handy zu halten, um zu sehen ob wir richtig sind und dem Fahrer gegebenenfalls Anweisungen zu meinem gewünschten Hostel zu geben. Erst möchte er mit dem Preis nicht runter gehen und dann fährt er mich doch weiter als gedacht. An meinem Hostel vorbei. Ich rufe mehrere Male „Stop“ bis er rechts abbiegt und endlich hält. Doch wer mir da auf einmal über den Weg läuft, will ich nicht so recht glauben. Es ist Stu. Die Freude ist riesig. So groß das ich mir nicht mal den Namen seiner Reisebegleitung merke und sie in diesem Moment auch eher links liegen lasse. Was für ein Zufall sich in einer Millionenmetropole einfach so über den Weg zu laufen. Das Schicksal hat natürlich auch mitgespielt, ohne den Mopedfahrer hätte das nie geklappt. Natürlich frage ich gleich nach Ihrem Hostel, lasse mich dort hinbringen um die Nacht auch dort zu verbringen. Was ich dann aber als nächstes höre, erfreut mich nicht wirklich. Beide haben bereits ihr Busticket gebucht und reisen am nächsten Tag ab. Im dem Hostel gibt es einen Waschservice. Diese wäre auch noch am gleichen Abend fertig. Perfekt denke ich, weil mir im Hinterkopf schon vorschwebt mit den beiden zu reisen.

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Die Vietnamesen sind „Weltmeister“ im Beladen ihrer Mopeds

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Auf der Suche nach einem guten und günstigem Kaffee, landen wir schließlich in einem Kebab laden, dazu ein kaltes Bier. Man gönnt sich ja sonst nichts. Den Gedanken in Vietnam ein eigenes Motorrad zu haben, habe ich nun endgültig verworfen. Mir bleiben nur ca. 3 Wochen in Vietnam. Dann müsste ich noch Zeit für den Wiederverkauf einrechnen und außerdem geht die Regenzeit los. Keine Lust bei Regen zu fahren. Ich frage Stu und Jessica über ihr Busticket aus. 39 US-Dollar für einen Bus mit Wifi von Ho Chi Minh City bis Hanoi (ca. 1600 km) mit mehreren Zwischenstopps hört sich für mich super an. Außerdem ist das Ticket nicht Zeitgebunden und so kann man sich an den verschiedenen Orten soviel Zeit lassen wie man möchte. Kurzfristig entschließe ich, mich den beiden anzuschließen. Das Ticket ist auch schnell besorgt und für den nächsten Tag sind auch noch Plätze im Bus frei, da man diese immer einen Tag vorher vor reservieren sollte. So bleiben mir nicht ein mal 24 STunden in HCMC. Wirklich viel sehe ich von der Stadt nicht und auch die berühmten Cu Chi Tunnel muss ich fürs erste auslassen. Aber zumindest habe ich jetzt wieder Reisebegleiter. Wir besorgen noch die Pflaster für meine infizierten Stiche, die ich in Vinh Long wegen Verständigungsproblemen nicht bekommen habe. Am Abend geht es mit den beiden noch ins Kino zu „Jurassic World“ in Englisch mit vietnamesischen Untertitel, mal was anderes. Ich weiß nicht ob das Standard ist, aber während der Vorstellung wurde ich gefragt, ob ich mit allem zufrieden bin und der Sitz bequem genug ist. Könnte aber auch daran liegen, dass wir Ausländer waren. Bei anderen könnte ich diesen Phänomen nicht beobachten.

Die Dünen von Mui Ne

Die Nacht vergeht schnell und ehe man sich versieht sitzen wir am nächsten Morgen auch schon im Bus. Der erste Stop ist nach 5 Stunden fahrt in Mui Ne. Die gehen trotzdem recht schnell vorbei, weil es ein Schlafbus ist und in dem man sich aufrecht hinsetzen oder auch hinlegen kann, wie man gerade möchte.

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Auf dem Weg zum Bus mit Stu und Jess

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Es sieht enger aus als es ist 😉

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Mui Ne ist eher ein Fischerdorf, dass durch seinen Bade- und Kitesurfe-Tourismus bekannt ist. Das ist auch kaum zu übersehen, wenn man so die Straßen entlang läuft. Überall Hotels und Surfshops. Eine günstige Unterkunft ist auch schnell gefunden. Das „Backpacker Village“, eine wirklich schöne Anlage mit eigenem Pool. Glücklicherweise gibt es ein Dreibettzimmer und so teilen wir uns in Zimmer und Kosten hinein. Hier treffe ich auch ein paar Leute wieder, die ich das letzte Mal in Laos gesehen habe. Irgendwie machen doch alle die gleiche Route durch Südostasien. Das Wetter spielt an dem Tag leider nicht ganz so mit und so lohnt es sich auch nicht an den Strand zu legen.

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Am darauffolgenden Morgen versuchen wir im ganzen Ort für Jessy eine GoPro aufzutreiben. Wir gehen in jedes Geschäft was nur danach aussieht eine solche Kamera im Sortiment zu führen. Doch vergebens. Überall kann man GoPro Zubehör kaufen, doch eine GoPro muss erst bestellt werden und würde am nächsten Tag erst eintreffen, wenn wir schon wieder unterwegs sind. Dafür gönnen wir uns eine Massage. Eigentlich etwas überteuert, doch zu dritt können wir den Preis gut drücken und so bekommen wir am Ende eine wirklich gute 30 minütige Körpermassage für 6 Dollar.

Am Vormittag hatten wir bereits in unsere Unterkunft eine Ausflug zu den weißen und roten Sanddünen gebucht, das ist hier so ziemlich das Bekannteste. Nach der Massage total entspannt, geht es dort am Nachmittag hin. Die Dünen liegen nur ein paar Kilometer außerhalb der Stadt. Alle die gebucht hatten, wurden in Jeeps abgeholt. Natürlich passen nicht alle in den Innenraum und so mussten wir hinten auf der kleinen Ladefläche auf Plastikstühlen Platz nehmen. Am Anfang war das noch angenehm, weil es im Auto eh viel zu warm war. Doch als der Regen aufkam und wir durchnässt waren, machte es keinen Spaß mehr. An den roten Dünen blieb uns zu wenig Zeit, so konnten wir nicht alles sehen. Es gab auch die Möglichkeit (Extra Kosten) auf einem Strauß zu reiten. Gern hätte ich es auf dem Rückweg von den Dünen zum Auto probiert (wäre sicherlich ein lustiges Video geworden), doch die Zeit blieb leider auch nicht mehr.

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Dafür blieb uns an den weißen Dünen, die wirklich sehenswerte sind, mehr Zeit. Man kommt sich fast vor wie in der Wüste. So etwas hatte ich, in dieser Größe noch nie zuvor gesehen. Es ist möglich hier Quads zu mieten oder sich mit dem Jeep fahren zu lassen. Doch alles etwas überteuert, also entscheiden wir uns zu Fuß zu gehen. Die Quads verderben einem dann auch etwas die Stimmung und teilweise muss man aufpassen, dass man nicht über den Haufen gefahren wird. Wirklich weit sind die Distanzen hier trotzdem nicht. Jessi musste auch einmal 2 Mädchen helfen die mit dem Quad umgekippt waren und darunter lagen. Stu und ich haben dabei dem Spektakel nur zugeschaut. Im Sand stecken bleiben konnte man natürlich auch. Als der Regen wieder einzusetzen droht, rennen wir zurück um uns unter zu stellen und den Sand abzuwaschen. Die Tour würde eigentlich noch etwas weiter gehen, doch alle im Auto sind sich einig hier abzubrechen. Hätte nicht gedacht, dass es in Vietnam auch so „kalt“ werden kann. Nachdem der Bus für den nächsten Tag reserviert ist, geht es noch zum Mexikaner. Mit Rum-Cola (natürlich selbst gekauft und gemixt) lassen wir den Abend vor unserm Zimmer ausklingen.

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Canyoning in Dalat

Am nächsten Morgen geht es um 7 mit dem Bus schon wieder weiter in das Landesinnere nach Dalat. Wir werden von einem kleinen Bus abgeholt, denken es ist nur ein Bus, der alle einsammelt und zum großen Bus bringt. Doch leider ist es genau der Bus der uns die komplette Strecke nach Dalat bringen soll. Klein und nicht wirklich bequem um darin so schön schlafen zu können wie im großen Bus. Die Straßen sind meisten gut, doch dann auch mal von riesigen Schlaglöchern übersät. Der Busfahrer weicht gekonnt auf die Gegenfahrspur aus oder da wo gerade Platz ist, auch wenn er nicht wirklich sieht was hinter der nächsten Kurve kommt. Dann haben wir auch noch eine Reifenpanne, doch auch diese Problem ist schnell behoben und so erreichen wir unser Ziel nach 5 Stunden fahrt.

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Weil wir noch nicht wissen wo wir schlafen, bringt uns der Busfahrer sogar noch direkt zu einer Unterkunft. Gut so, weil es auch noch angefangen hat zu regnen. Andererseits sind wir uns erst nicht sicher. Es ist ein Hotel und auf den ersten Blick sieht es für vietnamesische Verhältnisse etwas gehobener aus, als andere Unterkünfte die wir zuvor hatten. Für insgesamt 17 US $ bekommen wir ein wirklich schönes und geräumiges Zimmer mit Balkon. Beim bezahlen müssen wir aber leider feststellen, dass Jessis Geldbeutel fehlt. Darin jede Menge Bargeld und ihre Geldkarten. Wir schauen wirklich alle Taschen mehrfach nach, doch keine Spur. Glücklicherweise kennt die Besitzerin der Unterkunft den Busfahrer und so ruft sie freundlicherweise bei ihm an. Kurze Zeit später bekommen wir die Info, der Geldbeutel ist im Bus gefunden wurden und wir bekommen ihn am Morgen des darauffolgenden Tages zurück. Letztendlich klappt alles doch viel schneller als gedacht und so ist der Geldbeutel noch am selben Tag in unserem Hotel. Der erste prüfender Blick hinein, alles noch da, es fehlt nichts. Das ging nochmal gut.

Hotellobby

Hotellobby

Blick vom Balkon

Blick vom Balkon

Blick vom Balkon

Blick vom Balkon

Den Nachmittag regnet es durch und so laufen wir in Regensachen durch die Stadt. Wirklich warm ist es auch nicht. In der Stadt gibt es nicht viel sehenswertes. Doch wir wussten vorher schon, dass man hier Canyoning machen kann, das uns auch empfohlen wurde. Da spielt es dann auch keine Rolle welches Wetter man hat, Nass wird man so oder so. In unserer Unterkunft kann man mal wieder verschiedene Touren buchen. Für 20 Dollar ein echtes Schnäppchen wenn man überlegt, was man in anderen Ländern dafür bezahlt. Später erfahren wir noch, dass andere Teilnehmer, für die gleiche Leistung 30 Dollar und mehr bezahlt haben. Auch hier lohnt es sich immer Preise zu vergleichen.

Spaziergang durch Dalat

Spaziergang durch Dalat

Vietnamesisches BBQ in Dalat

Vietnamesisches BBQ in Dalat

Am nächsten Morgen, direkt nach dem Frühstück, werden wir mit einem Minibus abgeholt. Darin schon andere Teilnehmer. Am Ende sind mehr Teilnehmer als Sitze im Bus. Die Schuhe werden vom Veranstalter gestellt. Daher bin ich nur in Flip Flops angereist. Ein Fehler? Die Auswahl ist nicht wirklich riesig. Man kann froh sein, wenn die Schuhe halbwegs passen und nicht auseinander fallen. Das man 1 Paar gleiche Schuhe bekommt, davon kann man auch nicht ausgehen. Dazu gibt es noch einen Helm und eine Schwimmweste die man teilweise nicht richtig zusammenbinden kann. Zuerst sind wir einen schmalen Trampelpfad zum Fluss entlang laufen. Der war teilweise steil und durch den Regen so klitschig, dass es einige hingelegt hat. Echt gefährlich wenn man nicht aufpasst. Abhilfe schafften da nur ein paar kleine Bäume, an denen man sich festhalten konnte. Kurz vorm Ende des Pfades üben wir an einem Hang das abseilen für den Wasserfall. Das wars dann auch schon alles an Vorbereitung, keine Belehrung…nichts. Das Canyoning soll wahrscheinlich ganz im Zeichen des Spaßes stehen. Immerhin kann man die Übung wiederholen, sollte man sich unsicher sein. Es geht ein paar kleinere Felsrutschen hinunter und nach kurze Zeit muss ich feststellen, dass meine Actioncam nicht funktioniert. Weil alles nass war, wollte ich sie natürlich auch nicht aus ihrem Gehäuse holen um zu sehen was los ist  und so blieb die Kamera an diesem Tag leider Einsatzlos. Dafür machen unsere Guides fleißig Bilder, die sie uns später kostenlos zur Verfügung stellen möchten. Zwei mal (15 und 25 Meter hoch) müssen wir uns an einem Wasserfall abseilen. Hierfür muss natürlich einer auf den anderen warten. Die Wartepunkte, an denen es bereits schon steil nach unten geht,  sind ungesichert. Unvorstellbar, in Deutschland wäre wahrscheinlich überall ein Geländer gewesen, dazu noch 100 Warnhinweise. Am Ende kommt das, worauf ich mich am meisten freue, ein Sprung aus 11 Metern ins kühle Nass (man konnte auch etwas absteigen und dann von 7 Metern springen). Ehrlich gesagt glaube ich bis heute nicht, dass es 11 Meter waren. Der Erste wollte ich natürlich nicht sein. Aber als ich dann an der Reihe bin, zögere ich keine Sekunde, nehme Anlauf und spring ab. Mit Kleidung und Schuhen ist der Aufprall auf der Wasseroberfläche natürlich viel angenehmer. Wegen der Verletzungsgefahr sollten wir die Helme vorher noch absetzen. Ich kann gar nicht genug davon bekommen und so klettere ich immer wieder hinauf und springe wieder hinunter, solang es die Zeit hergibt. Zwischen durch gab es noch ein super Lunch bei dem man sich Brötchen nach Herzenslust belegen konnte. Zum Nachtisch verschiedene Früchte, unter anderem Ananas. Von allem gab es reichlich und so wurde jeder satt. Alles was man runter ist, muss man am Ende natürlich auch wieder hoch. Sehr zu meiner Belustigung wie sich so manche den Berg hoch quälen. Probleme habe wir danach damit, unsere Sachen in unserem Zimmer wieder trocken zu bekommen. Es ist nicht wirklich warm, so um die 15 Grad und dazu immer wieder Regen. Die müssen dann zur Weiterreise wahrscheinlich nass in den Rucksack und auf besseres Wetter warten.

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Nächster Halt Na Thrang….

Ankunft in Vietnam

In Phnom Penh habe ich erfahren, dass die Möglichkeit besteht, von hier aus mit dem Boot direkt nach Vietnam zu fahren und noch dazu auf dem Fluss Mekong. Dieser Strom, der mich bereits seit Anfang Laos immer mal wieder auf meiner Reise begleitet, hat mich mit seiner Größe und Vielseitigkeit so beeindruckt, dass ich mir diese Chance nicht entgehen lassen möchte. Auch eine Art Abschiedstour vom Mekong, ich möchte ihn nicht so einfach hinter mir lassen und einfach noch mehr sehen. An mehreren Stellen mache ich mich schlau, welche Möglichkeiten es zu welchen Preisen gibt. Dabei variieren Orte der verschiedenen Endhaltestellen, sowie Boot oder Bus/Boot Kombinationen. Des weiteren gibt es geführte Mehrtagestouren, die für mich aber auf gar keinen Fall in Frage kommen. Viel zu touristisch und dadurch für mich auch nicht authentisch genug. Noch dazu bin ich Backpacker und mach lieber meine eigene Tour. Am Ende entscheide ich mich für die Bootsfahrt von Phnom Penh nach Chau Doc in Vietnam. Den Preis konnte ich auf 22 Dollar drücken (Dank Nebensaison) inkl. Abholung von meinem Guesthouse (Normalerweise auch nicht dabei). Im Vergleich, ein Bus von Phnom Penh nach Ho Chi Minh City (früher Saigon) hätte mich gerade einmal 10 Dollar gekostet und ich wäre schon ca. 100 Kilometer weiter im Landesinneren von Vietnam gewesen.

Verlauf des Mekongs

Verlauf des Mekongs

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Zwei Tage später werde ich pünktlich abgeholt. Nur das Boot hat 1 Stunde Verspätung. Entlang des Mekongs gibt es hier dann leider nicht wirklich etwas besonderes zu sehen. Die Ufer waren an dieser Stelle nicht so interessant wie damals in Laos, mit den vielen kleinen Dörfern, den Bergen mit Dschungel und den unzähligen Tieren. Trotzdem schön den Mekong auch so nochmal gesehen zu haben. Das Wetter spielt leider auch nicht so recht mit. An der Grenze von Kambodscha legen wir an. Wir werden zu den Grenzbeamten geschickt, um uns den Ausreisestempel zu holen. Alles ohne Probleme. Ich hätte sogar noch ein paar Tage im Land bleiben können. Doch die Zeit sitzt mir im Nacken. Einfach noch zu viele Sachen die ich gern sehen möchte. Wir steigen ein, fahren 50 Meter weiter und steigen wieder aus. Diesmal geben wir unsere Pässe dem Bootsbegleiter, der nun zu den vietnamesischen Grenzbeamten geht um die Stempel zu holen. Auch alles ohne Probleme. Das Visa zur Einreise in Vietnam hatte ich mir bereits eine Woche zuvor in Siem Reap geholt.

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Nach 4 Stunden Bootsfahrt erreichen wir Chau Doc. Leider habe ich auf dem Boot niemanden kennengelernt. Das Boot ist einfach zu klein und daher auch zu wenig Leute an Bord.  Aber kein Problem. An der Bootsanlegestelle warten bereits wieder Einheimische, die einen zur nächsten Unterkunft bringen möchten. Diesmal habe ich mich nicht erkundigt wo ich schlafen könnte und so stimme ich dem Angebot zu. Tuk Tuks gibt es hier nicht, dafür aber Mopeds. Erstaunt schaue ich, als mir auf einmal ein Helm in die Hand gedrückt wird. Ob mans glaubt oder nicht, ja in Vietnam herrscht Helmpflicht und so wie ich es auf den ersten Blick beurteilen konnte halten sich sogar die meisten daran. Wir fahren ein ganzes Stück, so groß sah die Stadt auf der Karte gar nicht aus. Nachdem ich meine Sachen im „Hotel“ auf mein Zimmer gebracht habe, fährt er mich noch zu einem Geldautomaten und zu einem Bekannten bei dem ich ein Busticket für die Weiterreise am nächsten Tag kaufe. Ich bekomme Hunger und so fährt er mich auch noch zu einer günstigen Suppenküche. Umgerechnet nicht mal 1 Euro kostet die Suppe, die wirklich super schmeckt. Doch bevor ich in den Genuss meiner Suppe komme, möchte mein Fahrer auf einmal noch Geld sehen. „Ok“ denke ich und geb ihm umgerechnet 1 Euro. Er möchte aber auf einmal 2 Euro haben. Daraufhin sage ich nur, dass das nicht abgesprochen war und ich dachte es gehöre zum Service. Damit ist die Sache erledigt.

Auf dem Rückweg zum Hotel kracht es plötzlich. Zwei Mopedfahrer sind in einander gefahren. Auf den ersten Blick ist keiner Verletzt. Nur einer von beiden sitzt regungslos auf der Straße, wahrscheinlich unter Schock. Dieses Erlebnis deute ich als Zeichen mir in Vietnam kein Zweirädriges Gefährt zu kaufen. Schon in Laos hatte ich davon gehört, dass sich einige Backpacker in Vietnam ein Moped kaufen und so das Land von Süden nach Norden oder umgekehrt durchqueren, um es dann am Ende an den nächsten Backpacker zu verkaufen. Ich fand die Idee von Anfang an klasse. Unbeschwertes Reisen und man kommt überall hin wo man möchte. Fern der Touristenpfade.

Mit der Fremden Währung ist das immer so eine Sache. Wieder einmal habe ich es verpasst, mich im voraus über die neue Währung zu informieren. Welche Scheine gibt es? (Werte) Gibt es Münzen? Wie ist der Wechselkurs? Wird nur mit einer Währung bezahlt? Es ist immer wieder ein neues Erlebnis. Wie schon in Thailand und Laos brauche ich ein paar Tage um mich an das neue Geld zu gewöhnen. Auch um zu wissen, was kostet was und wo man es am besten kauft. In Vietnam kann mit der Einheimischen Währung Dong, aber auch mit dem US-Dollar bezahlt werden. Ganz anders als in Kambodscha, bekommt man hier die Einheimische Währung direkt am Geldautomaten. Je nach Wechselkurs ist es meist auch besser mit Dong zu bezahlen.

Am nächsten Morgen muss ich schon wieder eher raus, weil mein Bus um 7:30 Uhr nach Vinh Long fährt. Von dieser kleinen Stadt hatte ich gehört, dass es hier mehrere Homestays gibt. Unter Homestays versteht man, dass man bei einer Familie unterkommt und mit ihnen zusammenlebt. Hierdurch bekommt man einen besseren Einblick in das Leben derer. Natürlich ist das ganze nicht umsonst. Außerdem soll es in der Nähe schwimmende Märkte geben, die ich mir gern anschauen möchte. Am Anfang war der Bus noch leer, doch das änderte sich ganz schnell. Nach 4 ½ Stunden werde ich mal wieder am Rand der Stadt raus gelassen. Diesmal steht hier nur ein Mopedfahrer, der mich in die Stadt fahren möchte. Wirklich Englisch spricht er nicht und so fällt die Kommunikation schwer. Ich selbst bin mir ziemlich sicher, dass es nicht mehr als 2 km in die Stadt sind und so lehne ich ab, lasse den den Mopedfahrer verwirrt zurück. Nach den ersten Metern schaue ich dann aber doch sicherheitshalber nochmal auf mein Handy und dann sind es doch mehr als 5 km. Da hab ich im Moment wirklich keine Lust drauf. Also drehe ich mich um und meine, dass es ein Missverständnis war. Da es mit der englischen Kommunikation  hapert, zeigt er mir die Scheine was die Fahrt kosten soll. Den Preis setzt er natürlich erstmal viel zu hoch an.  Da ich aber weiß wie weit es ist, kann ich den Preis ganz gut drücken. An der Fähre in der Stadt lässt er mich raus. Hier stehe ich auch keine 5 Minuten und werde sofort angesprochen. Der Mann gehört zu einer Familie die ein Homestay betreiben. 12 US-Dollar pro Tag ist dann doch ganz schön viel. Dafür bekommt man ein eigenes Zimmer, Frühstück, Abendessen und es steht ein Fahrrad zur freien Nutzung zur Verfügung. Nach kurzer Überlegung stimme ich trotzdem zu weil ich die Erfahrung gerne machen möchte. Er telefoniert und ein paar Minuten später kommt seine Tochter, die mich mit dem Roller abholt. Es geht auf eine Art Insel. Hier sieht man keine Autos und daher sind die Wege auch eher schmal gehalten. Das Zimmer ist in Ordnung. Mittlerweile hat man sich an diesen Standard gewöhnt. Immerhin habe ich mein eigenes Zimmer und so ausreichend Platz für mein Gepäck.

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Gleich am Nachmittag nehme ich noch das Angebot für das kostenlose Fahrrad in Anspruch. Es gibt mehrere Fahrräder zur Auswahl. Die meisten von denen wären in gar keinem so schlechten Zustand wenn zumindest ausreichend Luft auf den Reifen wäre. Dann finde ich doch eins bei dem es der Reifendruck zulässt zu fahren. Doch der Zustand ist eher schlecht als Recht. Überall knackt es. Die Kette springt immer wieder raus. Da macht das Radfahren keinen Spaß und so beschließe ich nach ein paar Kilometern wieder umzudrehen und zurück zu fahren. Während meiner Abwesenheit kamen noch 4 Franzosen an. Am Abend werden wir wie die Könige bekocht. Wir sind schon satt, doch es kommt immer wieder ein neues Gericht. Alles ist wirklich sehr schön hergerichtet, geschmacklich hervorragend.

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Am darauffolgenden Tag soll es früh am Morgen zu den schwimmenden Märkten von Cai Be gehen. Ich habe Glück, die Franzosen möchten das gleiche machen und so wird es für jeden einzelnen günstiger. Einziger Nachteil ist, dass es bereits um 5:30 Uhr losgeht. Zuerst dachte ich, dass wir mit der Familie dort hinfahren. Letztendlich ist es dann ein extra Boot, nur für uns „Touristen“.

Als erstes geht es zum Floating Market von Cai Be (schwimmender Markt). Die Fahrt dauerte eine Stunde. Geht aber schnell vorbei, da uns immer wieder Boote entgegen kommen. Teilweise eins skuriler als das Andere.

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Spielende Kinder im Mekong

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Dort angekommen bin ich etwas enttäuscht. Ich hatte mir schmale Kanäle mit buntem Treiben vorgestellt. Doch was wir hier vorfinden ist ein breiter Kanal und die schwimmenden Händler sind weit verstreut. Dafür wurden wir auf ein Boot eingeladen. Unser Boot wird am anderen befestigt, so kann unser Boot nicht forttreiben und es macht den Umsteig um einiges einfacher. Auf dem anderen Boot werden uns verschiedene exotische Früchte angeboten, die ich teilweise vorher noch nie gesehen habe und ich mir leider auch nicht die Namen merken kann.

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Auf dieses Boot bekommen wir eine Einladung

Auf dieses Boot bekommen wir eine Einladung

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Weiter geht es zu einer kleinen Imkerei, die aber eher einem Laden mit Souvinirs gleicht. Der Honig war dafür aber lecker. Leider ist es immer schlecht sowas als Backpacker mit zu nehmen. Die Fahrt entwickelt sich zu einer Art Kaffeefahrt, bei der man an Orte gefahren wird um etwas zu kaufen. Danach geht es weiter zu einem kleinen Gebäude in dem aus Reis Pfuffreis hergestellt wird. Unter anderem gibt es hier auch noch selbstgefertigtes Karamell in verschiedenen Geschmacksrichtungen zu kaufen. Freundlicherweise dürfen wir vorher alles probieren und so kann auch ich nicht nein sagen und kaufe mir ein paar Kleinigkeiten, die für die nächsten Tage mein Notproviant sein sollen, wenn der kleine Hunger aufkommt. Es gab wirklich viele gute Sachen, doch als Backacker hat man eben nur begrenzt Platz. Auch interessant war, zu sehen wie alles ganz ohne Maschinen hergestellt und einzeln per Hand verpackt wird. Zurück im Boot geht es nochmal in eine andere Richtung. Wohin denn jetzt noch? Es geht zu einer winzig kleinen Obstplantage. Hier bekommen wir einen Obstteller und zwei verschiedene Schnaps gereicht. Weil es den anderen nicht so schmeckt, greife ich bei den Getränken gleich zweimal zu. Anschließend werden wir noch von Frauen in kleineren Booten auf traditionelle Weise und mit Hut durch einen schmaleren Kanal gefahren. Am Ende dieses Kanals wartet schon wieder das Boot auf uns.

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Auf dem Rückweg lasse ich mich, wie auch die Franzosen, direkt in der Stadt absetzen. Ein paar meiner Stiche (von was auch immer) haben sich entzündet und ich brauche neue Pflaster und etwas zum desinfizieren. Das stellt sich dann letztendlich doch schwerer heraus als es ist. Es gibt genügend Apotheken, doch in jede in die ich hinein gehe werde ich nicht verstanden. Lediglich das ich Pflaster benötige versteht man. Doch das viel wichtigere Desinfektionsmittel bekommen ich nicht. Wahrscheinlich hätte ich mich auch besser darauf vorbereiten müssen und es mir zumindest in meiner Unterkunft übersetzen und aufschreiben lassen sollen. Dann wohl doch erst in Ho Chi Minh City. Ich belasse es dabei und nehme die Fähre zurück (umgerechnet ca. 0,10 €) zu meiner Unterkunft, die . Am gleichen Abend plane ich noch eine grobe Reiseroute durch Vietnam, da ich dies bisher nicht getan hatte. Einige Tipps bekomme ich noch von die Leuten die heute neu angereist sind und am darauffolgenden Tag Vietnam verlassen und nach Kambodscha weiter zu reisen. An dieser Stelle kann ich dann auch ich noch mein Wissen über Kambodscha an sie weitergeben.

Vinh Long vom Boot

Vinh Long vom Boot

Tempel in Vinh Long

Tempel in Vinh Long

Am morgigen Tag soll es weiter nach Ho Chi Minh City (früher Saigon) gehen.

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